Entstehung und Chronologie der Hirschbach-Renaturierung

Die EU-WRRL verpflichtet alle Kommunen ihre Gewässer bis 2015 in einen besseren Zustand zu versetzen. Schon 1991 wurde bei einer Bachschau am Hirschbach die Renaturierung kontrovers diskutiert:


Der Hirschbach war geradlinig ausgebaut. Zwischen der ehemaligen Bahntrasse und dem NSG „Scheelhecke“ floss er in einem tief eingekerbten Bachbett mit steilen Uferböschungen.

Der Grasbewuchs an der Böschung wurde regelmäßig gemäht. Vom NABU waren Jahre zuvor am nördlichen Böschungsrand 20 Obsthalbstämme gepflanzt worden. Die beidseits des Hirschbachs konventionell bewirtschafteten Äcker dehnten sich zunehmend auf die entlanglaufenden Feldwege aus, so dass die Feldwegeparzelle keine 4m mehr hatte. Zur Diskussion stand, ob es der Hirschbach mit seiner geringen Fließgeschwindigkeit schaffen würde, von selbst zu mäandrieren und sich wieder ein Bachbett mit abgeflachten Böschungen entwickeln würde. Es wurde vereinbart, ab sofort die Unterhaltungsarbeiten einzustellen und die nächsten Jahre zu beobachten.

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Nach Gründung der Pflegegemeinschaft 1993 wurde dieser Bachabschnitt im Pflegeplan Nr. 1 mit Patenschaft vergeben. Es wurden Erlen und Wildsträucher abschnittsweise angepflanzt und nach Bedarf Müll- und Schwemmgut abgelesen. Die Grabenmahd wurde ausgesetzt.


Von 1998 – 2004 wurde 50% der angrenzenden Ackerflächen mit Fördergeldern aus der Abwasserabgabe aufgekauft und in extensives Grünland umgewandelt. Es folgten Naturschutzmaßnahmen, wie die Anlage einer Feuchtmulde oder der Einbau von Baumstümpfen 2/2005 zur Unterstützung der Eigendynamik und der Gewässergüte.
In den letzten 15 Jahren hatte der Hirschbach begonnen zu mäandrieren, an zwei Stellen sind bereit die angepflanzten Obstbäume in den Hirschbach gekippt, das Bachbett hatte sich durch Uferabbrüche stellenweise erheblich verbreitert und sich die Böschung erheblich abgeflacht.

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In der Kurve, dort wo der Hirschbach vor dem NSG „Scheelhecke“ nach Norden abbiegt, liegt eine natürliche Bodensenke, in der sich bei einer Überstauung im Retentionsraum eine sehr große Feuchtfläche bildet. Am Samstag, den 4.11.2006 wurde der Hirschbach auf einer Länge von ca. 150m ausgebaggert.


Zu unserem Leidwesen führten die Baggerarbeiten zu einer Sohlvertiefung, zur Zerstörung der Anpflanzungen sowie zum Ausbau der von uns eingebauten Baumstümpfe. Ferner wurde die obengenannte natürliche Bodensenke angegraben, um wieder einen Ablauf in den Hirschbach zu erreichen.


Mit dieser Maßnahme sollte eine ungehinderte und schnellere Vorflut den oberhalb liegenden Acker vor einer Überflutung aus dem Hirschbach schützen. Bei Starkregen-Ereignissen tritt der Hirschbach in der leichten Kurve über das Ufer und überfließt auf einer Fläche von ca. 400m² diesen Acker.

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Mehrere Ortstermine folgten mit Vertretern der Gemeindeverwaltung, Groß-Zimmerner Landwirten, Untere Wasserbehörde, Obere Wasserbehörde des RP, Untere Naturschutzbehörde und Wasserverband Gersprenzgebiet. Der Konsens lag in der Schaffung eines neuen Gewässerabschnitts des Hirschbachs (s. Plan und Fotos), der im Bescheid zur Plangenehmigung am 20.3.2009 festgelegt wurde. In den Sommermonaten 2009, bei größtmöglicher Trockenheit, wurden die Baggerarbeiten ausgeführt.


Seither entwickelt sich das Feuchtgebiet mit vielen Flachwasserzonen zum einmaligen Sammelplatz für Wasservögel aber auch für Störche und Kraniche.


Nächstes Zielprojekt der Hirschbach-Renaturierung ist der Gewässerabschnitt in der Ortslage.

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aktualisiert am: 27.02.2013 von: Regina Merz
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